In Zeiten historisch niedriger Zinsen sehen sich viele Anleger gezwungen auf risikoreichere Anlagen, wie beispielsweise Aktien, auszuweichen, um ĂŒberhaupt noch etwas Rendite zu erwirtschaften.

Sehr beliebt ist hierbei dann die so genannte Dividendenstrategie, also das Bevorzugen dividendenstarker Aktien, welche regelmĂ€ĂŸig hohe AusschĂŒttungen an die AktionĂ€re vornehmen. Das fĂŒhrt dann zu Redewendungen, wie

Dividende ist der neue Zins!

Wie gut diese Form des Investierens in der Vergangenheit funktioniert hat sowie welche Renditen und, viel wichtiger noch, welches Risiko dabei fĂŒr dich als Anleger drin waren, wollen wir uns nun einmal genauer ansehen.

Legen wir also los!

Ganz kurz noch vorab: Was ist eine Dividendenstrategie?

Um gleich von vorne herein jeglichen Zweifel auszuschließen, möchte ich betonen, dass ich per se nichts gegen die Dividendenstrategie habe. Ich möchte hier einzig und allein sachlich analysieren, wie diese Form der Geldanlage in der Vergangenheit abgeschnitten hat und welche Argumente es fĂŒr sowie wider gibt.

Ganz ruhig und sachlich. Es geht hier nicht um irgendwelche Ideologien, sondern nur darum, herauszufinden was funktioniert und was nicht.

Bevor wir uns auf konkrete Zahlen stĂŒrzen und klĂ€ren können, ob eine Dividendenstrategie sinnvoll ist oder eben auch nicht, mĂŒssen wir uns einig sein, was wir unter einer Dividendenstrategie verstehen.

Wie der Name schon vermuten lĂ€sst, sind bei dieser Form der Anlage dividendenstarke Aktien das Objekt der Begierde. Je stabiler, höher und vor allem je stetiger wachsend die AusschĂŒttungen sind, desto besser.

Normalerweise liegt die Dividendenrendite von großen, börsennotierten Unternehmen im niedrigen, einstelligen Prozentbereich. Typisch wĂ€ren beispielsweise 1% – 4% fĂŒr einen breiten Index, je nachdem, wie die Wirtschaft gerade so lĂ€uft und ob gerade die nĂ€chste Finanzkrise ausgebrochen ist oder nicht.

Denn Dividenden können von einem Unternehmen auch jederzeit wieder gestrichen werden, wenn die wirtschaftliche Lage es erfordert.

DividendenjĂ€ger gehen nun hin und suchen gezielt diejenigen Unternehmen heraus, welche eine makellose und lange Dividendenhistorie vorweisen können. DafĂŒr gibt es ein paar typische GĂŒtekriterien:

  • Dividende ist seit vielen Jahren noch nie gestrichen worden
  •  

  • Dividende wird seit Jahren konstant erhöht
  •  

  • Das Unternehmen ist sich seiner Rolle als Dividendenaristokrat bewusst

 

Umgangssprachlich hat sich in der Finanzwelt fĂŒr dividendenstarke Aktien der Ausdruck Dividendenartistokraten, wie oben genannt, herausgebildet. Typische und viel zitierte Beispiele fĂŒr solche Unternehmen sind zum Beispiel McDonald’s, Procter & Gamble oder 3M.

Was die Dividendenstrategie so verlockend erscheinen lĂ€sst, ist der (vermeintlich) stabile Cash-Flow aus den Dividendenzahlungen. Als Anleger erfreut man sich so hoffentlich an einem immer grĂ¶ĂŸer werdenden Strom von Auszahlungen auf das eigene Verrechnungskonto, am liebsten natĂŒrlich Monat fĂŒr Monat. Quasi als zweites Gehalt.

AnhĂ€nger dieser Anlageform vertreten die Ansicht, mittels eines Portfolios, bestehend aus solchen Unternehmen, ließe sich die finanzielle Freiheit besonders einfach erreichen.

Aber ist das wirklich eine berechtigte sowie rationale Annahme?

KEIN Unterschied zwischen Dividende und Kursgewinn

Ich wende hier allerdings sofort ein, dass es aus wissenschaftlicher Sicht vollkommen gleich ist, ob ein Unternehmen dir 2% Dividende bezahlt oder dir ein Unternehmen keine Dividende bezahlt und du einfach selbst 2% deiner Position verkaufst. Unterm Strich kommt fĂŒr dich in beiden FĂ€llen das Gleiche dabei heraus.

Denn in beiden FĂ€llen findet nichts anderes als eine Umwandlung von Buchwert in Cash statt. Cum-Ex, also am Tag nach der DividendenausschĂŒttung, ist der Kurs der Aktie um eben diese 2% gefallen. Der Markt ist schließlich nicht dumm (im Durchschnitt).

Die Irrelevanz von Dividenden wurde außerdem von den NobelpreistrĂ€gern Modigliani und Miller in ihrer Arbeit „The Cost of Capital, Corporation Finance and the Theory of Investment“ bereits 1958 ausfĂŒhrlich dargelegt.

Hier der Link zu ihrem bahnbrechenden Paper.

In der Finanzwelt sind diese beiden Wissenschaftler so etwas wie Rockstars und ihre Arbeiten Standardwerke. Wir haben also guten Grund den beiden zu vertrauen.

Trotzdem gebe ich zu, dass es sich aus psychologischer Sicht auf jeden Fall gut anfĂŒhlt regelmĂ€ĂŸig Geld auf das eigene Konto spazieren zu sehen. Wer möchte das schließlich nicht?

Folgende Dividendenstrategien kannst du verfolgen:

Es gibt zahlreiche Spielarten rund um dividendenstarke Aktien. Eine sehr bekannte und auch schon alte ist die sogenannte Dogs of the Dow. Hierbei werden Jahr fĂŒr Jahr am selben Tag aus dem Dow Jones Index die zehn Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite ausgewĂ€hlt und gekauft.

Im jĂ€hrlichen Abstand wird dann ĂŒberprĂŒft, welche Unternehmen nun am meisten Dividende bezahlen und falls sich Änderungen ergeben haben, werden die Absteiger verkauft und die neuen Aufsteiger gekauft.

Eine Àhnliche Variante ist die sogenannte Foolish Four des Motley Fool. Auch hier wird ein Ranking aus den im Dow Jones enthaltenen Werten erstellt und aus den Top 5 die vier am schlechtesten platzierten, also nicht das erstplatzierte, Unternehmen gekauft. Diese Form der Anlage ist mittlerweile aber schon seit lÀngerem als unterlegen bewertet worden.

Oftmals werden auch einfach dividendenstarke Aktien eines großen Index in einem eigenen, kleineren Subindex zusammengefasst, auf den dann wiederum ein ETF fĂŒr uns Anleger erhĂ€ltlich ist.

Der DivDax, welcher von der Deutsche Börse AG berechnet wird, zeigt dieses Vorgehen fĂŒr den DAX. Hier werden die 15 renditestĂ€rksten Unternehmen aus dem DAX ausgewĂ€hlt und in einem eigenen Index zusammengefasst, auf welchem dann ein entsprechender ETF basiert.

Diese drei beispielhaften, bekannteren Dividendenstrategien sollen dir zeigen, dass es einfach unzÀhlige Variationen gibt, um dividendenstarke Aktien zu sortieren und zu ranken.

NaturgemĂ€ĂŸ wird es unter diesen zahlreichen Möglichkeiten auch Kombinationen geben, die besser performed haben als der Markt. Aber genau so gibt es sicherlich auch Varianten, die schlechter abgeschnitten haben.

Bezogen auf das Risiko wĂŒrde ich allerdings darauf tippen, dass keine Dividendenstrategie große Chancen hat, den Markt langfristig zu schlagen. Denn das wĂŒrde bedeuteten, dass der Markt langfristig irrational wĂ€re und das ist er nun einmal nicht.

3 Vorteile der Dividendenstrategie

Warum LIEBEN so viele Anleger dividendenstarke Aktien, wenn die Wissenschaft uns keinerlei Vorteil davon verspricht? Wenn man es nĂ€her betrachtet, dann sind es hauptsĂ€chlich psychologische GrĂŒnde:

1. VerfĂŒgbarer Cash-Flow fĂŒhlt sich gut an
Es ist psychologisch ein nicht zu unterschĂ€tzender Vorteil, wenn in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden Geld auf dein Verrechnungskonto eingeht. Es gibt dir ein GefĂŒhl der Sicherheit und lĂ€sst dich, je nach Höhe der Zahlung, etwas gelassener in die Zukunft blicken.
2. Dividendenstarke Unternehmen gelten als sehr solide
Wie wir vorhin schon gesehen haben, sind es oftmals sehr bekannte, große Unternehmen die sich als Dividendenaristokraten hervortun und die Wahrscheinlichkeit, dass diese von heute auf morgen den Bach runtergehen ist gefĂŒhlt nicht besonders hoch. NatĂŒrlich kann aber niemand in die Zukunft sehen.
3. RegelmĂ€ĂŸige Zahlungen sind motivierend
Ein weiterer psychologischer Aspekt ist die Tatsache, dass regelmĂ€ĂŸiger Geldeingang sehr motivierend fĂŒr deine Sparanstrengungen und deine Disziplin sein kann. Das liegt einfach in unserer Natur: Wenn wir sofort die Belohnung fĂŒr eine Anstrengung sehen, dann fĂ€llt es uns leichter durchzuhalten. Genau das ist auch hier der Fall.

4 Nachteile von Dividendenstrategien

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. WĂ€hrend das Licht uns aber lediglich die psychologischen Vorteile von gerade eben bringt, kostet uns der Schatten bares Geld.

1. Steuerliche Nachteile
Ein gravierender Nachteil von Dividenden ist die darauf anfallende Steuer. Wir wissen, auf Kursgewinne wird erst einmal keine Steuer fĂ€llig. Erst, wenn wir verkaufen, möchte der Staat Geld von uns sehen. Bei Dividenden hingegen, möchte der Staat sofort und jedes Jahr seinen Anteil haben. Das kann auf lange Sicht gesehen eine Menge Geld kosten. Das heißt, falls dividendenstarke Aktien und klassisches, passives Investieren mittels eines marktbreiten Index erstmal Ă€hnliche Ergebnisse auf dem Papier liefern, kann es am Ende dazu kommen, dass dich die regelmĂ€ĂŸigen Zahlungen steuerlich doch teuer zu stehen kommen, da du keine Steuerstundung bis zum Verkauf erzielst.
2. Relativ hohe TER bei Dividenden ETF
Am Markt gibt es einige ETF, die es dir ermöglichen mit dem Erwerb von nur einem Wertpapier eine komplette Dividendenstrategie umzusetzen. Du musst nicht einzelne Unternehmen selbst analysieren und im Auge behalten, sondern kannst einfach loslegen. Nachteil mancher Dividenden-ETF sind allerdings die im Vergleich zu „Standard-ETF“ oftmals höheren TER.
3. Viel Umschichtung
Wir haben schon weiter oben gesehen, viele Strategien machen es notwendig, das Portfolio in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden zu aktualisieren beziehungsweise umzuschichten. Das verursacht zum einen Transaktionskosten und zum anderen musst du dich aktiv um dein Portfolio kĂŒmmern.
4. Sehr begrenzte Auswahl an Unternehmen
Auch wenn es einen Haufen Variationen an Auswahlkriterien gibt, am Ende ist es oft so, dass doch wieder die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen in der Liste der potentiellen Kandidaten hĂ€ngen bleiben. Das liegt einfach daran, dass nicht allzu viele Unternehmen eine jahrelange, makellose Dividendenhistorie vorweisen können. Diese wird aber von Dividendensammlern in aller Regel vorrausgesetzt.

 

Dividendenstarke Aktien und ETF

Wie anfangs bereits erwÀhnt, sind dividendenbasierte Strategien gerade voll im Trend und die Jungs und MÀdels von den ETF Anbietern lassen sich da nicht zweimal bitten ein paar geeignete Produkte an den Start zu bringen.

Viele Dividendenfetischisten werden hier jetzt vielleicht sofort einwenden:

Man kauft doch keinen ETF, sondern muss sich seine Titel selbst sorgfÀltig aussuchen, sprich Einzelinvestments tÀtigen!

Davon wĂŒrde ich aber, unabhĂ€ngig davon, ob die Dividendenjagd sinnvoll ist oder nicht, abraten. Denn mit einem normalgroßen Portfolio ist es so praktisch unmöglich eine ausreichende Diversifikation zu erreichen.

Wenn schon unbedingt Dividendenstrategie, dann wenigstens mittels eines geeigneten ETF, damit zumindest der Diversifikation genĂŒge getan ist. Wieso diese immens wichtig ist fĂŒr dich als Anleger, erklĂ€re ich in dem Artikel zu meinem ETF Sparplan.

FĂŒr den praktischen Teil dieses Artikels, fĂŒr die Untersuchung der historischen Performance, habe ich vier ETF rausgesucht, welche dividendenstarke Aktien zusammenfassen. Auswahlkriterium war einerseits das Fondsvolumen und andererseits die PopularitĂ€t unter Anlegern. Um einen Eindruck zu gewinnen, habe ich anschließend die einzelnen ETF mit einem passenden marktbreiten Index verglichen.

Dividenden sind in den Charts unten eingepreist (komplette Wiederveranlagung in den ETF) und beide Reihen beginnen jeweils bei 100%.

  • Achtung: Nur weil ich diese ausgesuchten ETF hier nenne, heißt das nicht, dass ich sie empfehle oder fĂŒr gut bewerte. Es geht lediglich darum, reprĂ€sentative Beispiele zu untersuchen.

Performance des Vanguard Dividend Appreciation ETF (VIG)

Strategie: Nachbildung des NASDAQ US Dividend Achievers Select Index. Voraussetzung sind 10 aufeinanderfolgende Jahre mit jÀhrlich gesteigerter Dividende.

Anzahl der enthaltenen Aktien: 178

TER: 0,10%

Total Net Assets: > 20 Milliarden US$

Zeitraum: 10 Jahre

Vergleichsindex: Nasdaq Composite

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Fazit: Der Dividend Appreciation ETF hat in den letzten 10 Jahren unterm Strich schlechter abgeschnitten als der Nasdaq Composite insgesamt. WÀhrend der Finanzkrise konnte er sich etwas besser halten, ist aber ebenfalls gut abgeschmiert. WÀhrend der Erholung in den Folgejahren konnte er mit der Marktentwicklung nicht vollstÀndig mithalten.

Performance des iShares Select Dividend ETF (DVY)

Strategie: Anlage in den Dow Jones U.S. Select Dividend IndexSM, bestehend aus unterschiedlich marktkapitalisierten US Unternehmen mit einer konsistenten Dividendenhistorie ĂŒber mindestens die letzten 5 Jahre.

Anzahl der enthaltenen Aktien: 100

TER: 0,39%

Total Net Assets: ca. 15 Milliarden US$

Zeitraum: 13 Jahre

Vergleichsindex: S&P 500 mittels SPDR S&P 500 ETF (SPY)

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Fazit: Der Select Dividend ETF entwickelte sich sehr Ă€hnlich zum S&P 500. WĂ€hrend der Finanzkrise im Jahr 2008 stĂŒrzte er nahezu perfekt korreliert mit ab und erholte sich ebenfalls sehr Ă€hnlich in den Folgejahren. AuffĂ€llig ist eine leichte Outperformance vor der Finanzkrise.

Performance des ProShares S&P 500 Aristocrats ETF (NOBL)

Strategie: Anlage in Dividendenaristokraten aus dem S&P 500 mit der lĂ€ngsten Geschichte an ununterbrochenen Zahlungen und Steigerungen Jahr fĂŒr Jahr. Der Index lautet S&P 500 Dividend Aristocrats Index.

Anzahl der enthaltenen Aktien: 50

TER: 0,35%

Total Net Assets: ca. 1,5 Milliarden US$

Zeitraum: 2,5 Jahre

Vergleichsindex: S&P 500 mittels SPDR S&P 500 ETF (SPY)

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Fazit: FĂŒr diesen Aristocrat ETF liegt nur eine kurze Datenreihe vor, da er noch nicht besonders alt ist. Daher spielt sich das obige Szenario allein in rosigen Börsenzeiten ab und der ETF konnte den Vergleichsindex hier definitiv schlagen.

Zusammenfassung und Fazit

Ich gebe zu, meine Excelei hier genĂŒgt nicht vollkommen den wissenschaftlichen Kriterien, aber sie gibt uns doch einen guten Eindruck davon, was grundsĂ€tzlich die Problematik bei Dividendenstrategien ist.

Es macht vor Kosten und Steuern sehr wahrscheinlich keinen Unterschied, ob du beim Geldanlegen deinen Fokus auf dividendenstarke Aktien legst oder einfach in einen marktbreiten ETF investierst.

Bis hierhin ist das Dividendenjagen vielleicht noch neutral zu sehen, aber deutlich negativ wird es, wenn wir Steuern mit einbeziehen. FĂŒr langfristige Investoren ist es sinnvoller, vorerst steuerfreie Kursgewinne statt sofort steuerpflichtiger Dividenden mitzunehmen. Das kann auf lange Sicht einen dramatischen Unterschied ausmachen.

Ein anderes Problem ist, dass Dividenden ETF meist eine höhere TER bei Ă€hnlicher Performance haben. Beispielsweise gibt es den S&P 500 schon fĂŒr 0,09% (richtig gelesen) wohingegen der NOBL mehr als das Dreifache kostet.

Diese Mehrkosten wĂŒrde ich mir selber sparen und einfach auf einen marktbreiten, billigeren Index setzen und gut ist es. Denn am Aktienmarkt kann man so gut wie nichts kontrollieren, außer den eigenen Kosten.
Auch die steuerlichen Implikationen finde ich sehr abschreckend. Wieso sollte ich einen der letzten verbleibenden „Steuervorteile“ aufgeben, nur um regelmĂ€ĂŸig Geld fließen zu sehen? Lieber steigt die Aktie im Wert und ich zahle die Steuern spĂ€ter.
Man darf auch nicht vergessen, dass auch marktbreite ETF durchaus eine Dividendenrendite haben. Diese ist vielleicht nicht so spektakulĂ€r wie bei einem explizit auf Dividenden ausgerichteten ETF, allerdings muss man sich dafĂŒr auch nicht so einschrĂ€nken was das Anlageuniversum angeht.

Aus all diesen GrĂŒnden setze ich fĂŒr mich selbst NICHT auf die Dividendenstrategie. Es rechnet sich meiner Meinung nach einfach nicht.

Wenn du jetzt trotzdem Lust auf die Dividendenjagd bekommen hast, dann kann ich dir den Dividendenstrategie-Blog „finanziell umdenken!“ empfehlen. Dort erscheinen regelmĂ€ĂŸig Artikel zu einem High Yield/Dividend Depot um kontunuierliche Cash-Flows zu generieren.

Noch ein Wort zu „Dividende ist der neue Zins“

Nun mag man mich vielleicht fĂŒr kleingeistig halten, aber Dividende und Zins sind schlicht und einfach nicht dasselbe. Zins steht dir als Anleger dann zu, wenn du jemanden dein Geld leihst.

Er kompensiert dich fĂŒr dein Risiko es nicht wiederzubekommen und dafĂŒr, dass es dir in der Zwischenzeit nicht zur VerfĂŒgung steht. Du bekommst dein geliehenes Kapital plus deinen Zins zurĂŒck. Nicht mehr.

Die Dividende hingegen ist dein Gewinn aus einer unternehmerischen Beteiligung heraus, der dann ĂŒbrig bleibt, wenn alle Kosten des Unternehmens verrechnet sind. Dazu zĂ€hlen ĂŒbrigens auch Zinsen. ZusĂ€tzlich kann der Wert deiner Beteiligung (Eigenkapital) sehr stark an Wert gewinnen, wohingegen bei geliehenem Geld (Fremdkapital) du stets nur diesen Betrag auch wiederbekommst, unabhĂ€ngig davon, wie erfolgreich das Unternehmen vielleicht geworden ist.

Das mutet wie gesagt vielleicht etwas kleinlich an, aber diese Unterscheidung ist wichtig.

Dividende ist kein Zins.

Sie ist weniger planbar, schwankt von Jahr zu Jahr und kann auch von einem Jahr auf das andere komplett gestrichen werden.

Was ist deine Meinung zur Dividendenstrategie? Gehören fĂŒr dich trotz aller Nachteile dividendenstarke Aktien trotzdem ins Depot? Die Kommentare warten auf dich!

Mein Net Worth im April 2022:
253.000 €

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14 Antworten

  1. Hallo Alex
    Erstmal vielen Dank fĂŒr die sehr ausfĂŒhrlichen Beschreibungen auf deiner Webseite. Bin durch Zufall auf deine Seite aufmerksam geworden. Da ich mich mit der Anlage in Aktien erst seit kurzem befasse sind deine Themen auch fĂŒr einen Laien sehr anschaulich und verstĂ€ndlich, was ich so auf den von mir vorher besuchten Seiten (um mir ein Wissen bzgl. Aktien und die dazugehörenden Begriffe anzueignen) bisher nicht gefunden habe.
    Ich beschĂ€ftige mich derzeit auch mit einer Geldanlage in einen ETF (Sparplan?) und bin am ĂŒberlegen ob AusschĂŒttend oder Thesaurierend, also AusschĂŒttung( – Steuer) dann wieder reinvestieren. Mein Gedanke dabei: Mein (unser) Freibetrag ist nicht ausgeschöpft, so dass sich die sofortige Versteuerung ja lohnen mĂŒsste. Auch weis ich was ich nach derzeitiger Gesetzeslage an Steuern zu bezahlen habe (wer kennt die Steuerbelastung in der Zukunft wenn andere Steuergesetze/eine andere Regierungszusammensetzung vorhanden sind). Das mit der sehr breiten Streung (Eurostoxx 600) und dem S&P 500 ( anstatt MSCI World und eventuell Dax-Werte) in deinem Beitrag hat mir sehr gut gefallen. Vielleicht könntest du einmal ausfĂŒhrlich und fĂŒr jeden verstĂ€ndlich (was in deinen BeitrĂ€gen ja immer so gehandhabt wird) ĂŒber die neuen Besteuerungsgrundlagen bei AktiengeschĂ€ften ab 2018 berichten. Wie sieht es dann bei Thesaurierend/AusschĂŒttend aus.
    Gruß Nikolaus

  2. Hallo Alex
    Habe noch eine Anmerkung zu meiner obigen Frage, falls du einen Beitrag bzgl. neue Steuergesetze fĂŒr AktiengeschĂ€fte ab 2018 schreiben solltest. Meine Frage zielte nicht allein auf AusschĂŒttend/Thesaurierend sondern auch auf in Deutschland/Luxemburg/Irland… aufgelegte ETFs. Welche Auswirkungen hĂ€tte dies auf die ETFs.
    Gruß Nikolaus

    1. Hallo Nikolaus,

      danke, freut mich sehr, wenn dir der Beitrag gefallen hat 🙂

      Zum Thema Investmentsteuerreformgesetz 2018 kommt mit Sicherheit noch ein umfangreicher Beitrag von meiner Seite.

      Momentan schÀtze ich die Lage so ein, dass sich Vor- und Nachteile der Reform halbwegs die Lage halten, immer in AbhÀngigkeit davon, wie das Portfolio selbst aussieht.

      Viele GrĂŒĂŸe
      Alex

    1. Hi Jimbo,

      das ist ein sehr guter Punkt, danke dir 🙂
      Solange der Freibetrag noch nicht ausgeschöpft worden ist entfĂ€llt natĂŒrlich das Argument des steuerlichen Nachteils. Bei theoretischen 4% Dividendenrendite und 801€ Freibetrag gilt das demnach bis 20.025€ Depotvermögen.

  3. Das Thema Steuern ab 2018 wurde ja angesprochen.

    Wenn man also in einen thesaurierenden ETF (wg. der Diversifikation) anlegt, dann will man (nach Beispiel des obigen Artikels) sich die Steuerstundung zu nutzen machen.

    Ab 2018 muss man aber auch ausschĂŒttungsgleiche ErtrĂ€ge auf Fondebene mitversteuern. So habe ich es zumindest verstanden. Dann fĂ€llt das Argument Steuerstundung zumindest auf ETF/Fond-Basis weg.

    Dies ließe sich dann bis zur nachfolgenden (noch unbekannten) Steuergesetzgebung dann nur mit Einzelaktien ink. weniger-Diversifikations-Risiko noch realisieren….

    Und da man als BĂŒrger die aktuelle wie auch zukĂŒnftige Kapitalertragsbesteuerung bzw. die Steuergesetzgebung selbst wenig bis gar nicht beeinflussen kann – wie das Hin und Her mit Abgeltungssteuer, Steuerfreiheit bei Anschaffung vor 2009 und nun Besteuerung auf Fondebene ab 2018 zeigen – finde ich das das Thema Steuern bei solchen Dingen generell zu vernachlĂ€ssigen ist.
    Im Sinen von: Ich nutze ja auch keine Riester-Rente oder andere „Steuerspar-Produkte“ nur weil es gut fĂŒr die SteuererklĂ€rung ist, aber unter Strich am Ende eine Minusrendite einfĂ€hrt. Da schneide ich mich ja ins eigene Fleisch…. Finde ich.

    Btw: Gibt es zu dem Thema Dividendenstrategie nicht auch gute Studien/Langzeitbetrachtungen mit 60 Jahren und mehr, abseits der aktuellen ETFs. Ich habe zwar gerade keine parat, aber man „stolpert“ immer wieder auf gute AusfĂŒhrungen auf den einschlĂ€gigen Seiten.

    Viele GrĂŒĂŸe,
    K.

    1. Hallo,

      das stimmt, bislang konnte man mit den richtigen thesaurierenden ETF sich einen Steuerstundungseffekt auf fĂŒr thesaurierte Dividenden holen. Dies wird 2018 nicht mehr möglich sein, wenn uns die Reform des Investmentsteuergesetzes umgesetzt wird.
      An dem Steuerthema bin ich dran, da wird es demnĂ€chst auch einen ausfĂŒhrlichen Beitrag dazu geben, denn auch wenn ich das Ding unnötig kompliziert finde glaube ich, dass sich fĂŒr ETF-Anleger auch ein paar Vorteile daraus ergeben.

      Viele GrĂŒĂŸe

  4. Hallo! Dein Blog gefÀllt mir sehr gut.
    Zum Thema Dividendenstrategie möchte ich hinzufĂŒgen, dass diese Strategie, wie du mM richtig bemerkst, den Trieb befriedigt lieber “den Spatz in der Hand zu haben, als die Taube auf dem Dach“. Ich habe vor kurzem eine Fernsehsendung “Welt der Wunder“ gesehen, in der dieser “Denkfehler“ veranschaulicht wird, indem Leute auf der Straße gefragt werden, ob sie lieber sofort 5€ oder in 4 Wochen 40€ gerne hĂ€tten. Die ĂŒberwiegende Mehrheit wollte sofort 5€ und verzichtete auf diese sagenhafte Rendite. 🙂
    Lg

  5. Es gibt schon einige Vorteile in ausschĂŒttende Einzelaktien zu investieren:
    1. Keine laufenden Kosten, Kaufen und liegen lassen, keine dauerhaften Kosten. Die jĂ€hrlichen Kosten eines ETFs, auch bei 0,2 %TER ĂŒbersteigen bei grĂ¶ĂŸeren Depots sehr schnell die Transaktionskosten in Einzeltitel, wenn man nicht viel tradet.
    2. Man muss nicht in den Markt investieren und kauft damit, bedingt durch die Kapitalgewichtung der großen Indexe , wie der beliebte MSCI World, nicht automatisch all die sehr hoch bewerteten Aktien mit. Im Gegenteil kann man die VolatilitĂ€t des Marktes fĂŒr sich nutzen und entscheiden welche Aktie man wann zu welchem Preis kauft. Der Markt ist nicht perfekt effizient, wenn man dem Valueinvesting glaubt. Man sollte auch nicht vergessen, dass augenblicklich zum Beispiel der S&P 500 wesentlich von der Performance der FANGS bewegt wird, die auch einen sehr gewichtigen Anteil am MSCI World haben.
    3. Man bekommt regelmĂ€ĂŸig neue LiquiditĂ€t ĂŒber die Dividenden zurĂŒck, die man neu investieren kann, idealerweise in gute Aktien die gerade vorteilhaft bewertet sind. Beispiel: Unilever im November 2016 fĂŒr 36 Euro war sicher ein besserer Kauf als zur Zeit September 2017 fĂŒr 49. So erhĂ€lt man bessere Einstiegsrenditen ohne deshalb in schlechte Unternehmen investieren zu mĂŒssen. Die normale VolatilitĂ€t ist so hilfreich und nichts Schlechtes. Gerade in schlechten Börsenphasen, erlaubt diese zusĂ€tzliche LiquiditĂ€t gĂŒnstig nachzukaufen.
    4. Dividenden sind ein direkter Zugriff auf den freien Free Cashflow der Unternehmen ohne Umweg ĂŒber die Börse. Ist man auf VerkĂ€ufe angewiesen hĂ€ngt der entnehmbare Betrag, direkt vom Börsenwert, d.h. von Angebot und Nachfrage ab, also nicht nur von der FĂ€higkeit der Unternehmen ausreichend Free Cashflow zu erwirtschaften. Das ist ein Nachteil wenn man ein passives Einkommen will. In schlechten Phasen verkauft man dann Anteile unter Wert, falls man das Geld zum Leben benötigt.
    5. Man kann auch mit Einzeltiteln diversifizieren. 50 bis 60 Aktien sollten schon eine recht gute Diversifikation bringen. Ohne viel Trading, buy und hold, sind die Transferkosten wie gesagt, langfristig viel geringer als die laufenden Kosten eines ETFs die mit zunehmenden Wert, absolut betrachtet , immer mehr steigen. So schnell steigt das verfĂŒgbare, neu investierbare Kapital nicht. Deshalb werden die Transferkosten eines Einzelaktiendepots, mit zunehmender DepotgrĂ¶ĂŸe, relativ betrachtet immer geringer.

  6. Hallo! Ich persönlich finde die Dividendenstrategie ( lfd. monat. Cashflow) nicht schlecht , da es in meinen Augen einen nicht zu unterschĂ€tzen Vorteil bringt . Beispiel : wer z.B eine grĂ¶ĂŸere Konsumausgabe tĂ€tigt ( z.b Auto ) und diese aus dem normalen Depot entnimmt verringert seinen Vermögensstock . Das mach ich bei der Dividenstrategie nicht, da ich diese
    Konsumausgabe mit dem Cashflow bezahle ohne den Vermögensstock zu verringern . Desweiteren ist beim Vermögensaufbau die Rendite in ferner Zukunft auch nicht sicher ,wenn sich der Markt beim Renteneintritt, wenn das Geld benötigt wird in einer Baisse befindet.

  7. Ich denke, das man im Artikel das Thema Dividende sehr einseitig aus der Sicht eines noch recht jungen Anlegers sieht. Die Dividende ist die einzige Form der Beteiligung des AktionĂ€rs am GeschĂ€ftsergebnis, die NICHT dem Spiel an der Börse ausgesetzt ist. Sie ist auch fĂŒr viele Kapitalanleger die NICHT durch ein teures Soziales Rentensystem abgesichert sind, wie z.B. alle SelbstĂ€ndigen oder im Ausland auch die meissten NormalbĂŒrger, eine der wenigen Formen einer Altersrente die nicht zugleich den Kapitalstock auffrisst.
    Eben ErtrÀge aus einer Firmenbeteiligung. Und im Rentenalter spielt die Steuer zwar eine wichtige, aber nicht die einzige Rolle.
    Aber als Renter brauche im Cash um Rechnungen und Lebenshaltung zu bezahlen. Und zwar ohne mein Kapital zu stark zu reduzieren. Das geht nur ĂŒber Dividenden Aktien, Fonds oder ETFs die ausschĂŒtten.

    Weiters gilt bezĂŒgl. ETFs zu bedenken, das die ertragreichsten Dividenden-Unternehmen nunmal nicht alleine ein Deutschland sitzen. Insofern hat jeder der in solche Einzelaktien investiert ein nicht gerade einfaches Versteuerungsproblem zu lösen. Mit teilweise erheblichen Nachteilen wenn man nicht genau weiss was man da tut. In manchen FĂ€llen ist es einem Privatanleger schlicht unmöglich, alles rauszuholen was geht. Etwa bei fehlenden Doppelbesteurungsabkommen und/oder unklarer Rechtslage…auch innerhalb der EU.
    . Das wird auf Fonds bzw.ETF Emmitentenseite professionell gelöst und in eine Form gebracht, mit der die hiesige Depotbank ihren rechtlichen Verpflichtungen dem Staat und dem Anleger gegenĂŒber nachkommen kann. Auch wird gerne das Clusterrisiko der ETFs angesprochen. Klar wenn ich nur ein oder 2 im Portfolio habe gilt das. Aber bei mehreren schon weniger. Dazu kommt, dass es veschiedene regionale und globale Dividenden-Indices gibt, auf die dann auch ETFs ausgegeben sind. Alle legen offen zu welchen Anteilen welche Firmen unter welcher WĂ€hrung im Portfolio sind, wie oft umgeschichtet wird und nach welchen Kriterien. Damit kann man als Anleger sein eigenes Portfolio gestalten. Wobei auch Marktbreite Indizes oft eine bestimmte Dividendenrendite aufweisen und man diese dann in die Überlegung einbeziehen kann. Der DAX war immer als Performance Index ausgelgt und enthĂ€lt man die beim Kaiuf eines Dax ETtĂŒF oder Zertfikats die Dividenden automatisch..praktisch eine Thesaurierung im Index eingebaut. Nur kann man keine AusschĂŒttung bekommen. Da muss man klassische D Fonds nehmen die alle Dax-Aktien direkt halten und die Dividende direkt ausschĂŒtten. . Gibts bei jeder Bank und oft im Sonderangebot ohne AA.vor allem wĂ€hrend einer Baisse…einfach mal nachschauen.

    Gruss und weiter viel Erfolg

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